© FeG Rotenburg 2011
Die fünfte Jahreszeit
"Heute hau`n wir auf die Pauke, ja, wir machen durch bis morgen früh!"
So oder ähnlich tönt es aus den Lautsprechern. Die tollen Tage, die fünfte Jahreszeit - und wir mittendrin! Super
Stimmung und große Ausgelassenheit. Manche graue Maus entwickelt sich zum echten Hingucker, und hin und
wieder hörst du den erstaunten Satz: "Mensch, dich hätte ich ja fast nicht wiedererkannt!" Überall fröhliche
Gesichter, schunkelnde Heiterkeit, nichts trübt das farbige Bild.
Den Alltag vergessen
Jubel, Trubel, Heiterkeit, keinen Gedanken an morgen, Genuss ohne Reue ... Doch keiner schaut hinter die Kulisse
und sieht die Leere, die Einsamkeit oder die Tränen. Was passiert da eigentlich? Der unvergessene Willy
Millowitsch hat es einmal treffend so ausgedrückt: "Einmal im Jahr alles vergessen und für ein paar tolle Tage in
eine ganz andere Welt eintauchen."
Man will doch auch ein bisschen Spaß - raus aus dem tristen Alltag - Party ist angesagt, ein Farbtupfer im
täglichen Einerlei. Ich denke, das ist es: Die Sehnsucht, dem Alltäglichen einfach einmal entfliehen zu können.
Mal ganz anders zu sein, endlich mal man selbst - oder auch jemand ganz anderes - und wenn`s nur für ein paar
Tage hinter einer Maske ist. Weil man eben so oft jemand sein muss, der man gar nicht sein will. Oder weil uns die
Rolle, die wir spielen (müssen), die Luft zum Atmen nimmt.
Ungeschminkt
Geh an Fasching
doch mal als der,
der du eigentlich bist.
Erschrick nicht,
wenn du nicht
erkannt wirst.
Peter Schott
Manchmal möchte man einfach aus dem täglichen Hamsterrad flüchten. Doch diese Flucht endet nicht selten in
der Sackgasse. Für ein paar tolle Tage alles zu vergessen kommt mir vor wie eine große Suche nach dem, was das
Leben nicht bietet. Diese Suche findet jedoch nicht nur während der Karnevals- oder Faschingszeit statt. Immer
sind Menschen auf der Suche, wenn sie ihre leeren Herzen im Kaufrausch, mit Alkohol oder anderen Dingen
zuschütten wollen. Doch weil das innere Loch in unserem Herzen, die Sehnsucht nach erfülltem Leben, durch
diese Dinge nicht gefüllt werden kann, wird die Katerstimmung bleiben.
Das nagende Loch im Herzen
Wenn Sie bis hierher gelesen haben, haben Sie möglicherweise auch Interesse, von meiner persönlichen Erfahrung
zu hören. Vielleicht kennen Sie dieses Loch im Herzen ja auch und fragen sich, wie die tiefe Sehnsucht nach dem
Mehr im Leben, die uns von Zeit zu Zeit so sehr bewegt, gestillt werden kann. Ich selbst habe mich vor Jahren in
einer Lebenskrise auf den Weg gemacht. Überall habe ich nach bleibendem und erfülltem Leben gesucht - bei
Menschen, Werten, Gedankengebäuden und Dingen. Fündig wurde ich nicht, und das Loch in meinem Herzen
wurde dadurch nur größer. In dieser Zeit der Suche waren es zwei Menschen, die durch ihre Art zu leben einen
tiefen Eindruck auf mich gemacht haben. In ihnen lernte ich Menschen kennen, die sich in ihrem Alltag an Gottes
Wort, der Bibel, orientierten.
Ich merkte bald: Hier würden meine Fragen glaubwürdige Antworten finden - hier konnte ich mit meiner inneren
Sehnsucht ankommen. Nach und nach habe ich erfahren, dass allen Menschen diese Suche ins Herz gelegt ist,
damit sie über den Sinn des Lebens nachdenken. Dieses Suchen führte mich zu Gott, der das Vakuum meines
Herzens gefüllt hat. Es ist Gott, unser Schöpfer, der dieses Sehnen nach Erfüllung, nach Anerkennung, nach
Geborgenheit und bleibender Freude in unser Herz gepflanzt hat. Letztlich kann nur Gott diese Sehnsucht stillen.
Er wird es auch tun, wenn wir ihm unser Leben öffnen und es aktiv mit ihm gestalten. In Gott finden wir die
innere Ruhe und den Frieden, für den wir geschaffen wurden.
Wer Gott sucht, wird Leben finden
Die Bibel lädt uns ein, diesem Gott zu vertrauen, der uns durch Jesus Christus gezeigt hat, wer er ist. Wenn wir
uns an ihn wenden, verschwinden nicht automatisch alle unsere Probleme. Aber wenn wir uns auf ihn einlassen,
stellen wir fest, dass er für uns da ist und wir ihn ganz konkret erfahren können. Dann hat die große Suche ihr Ziel
erreicht. Augustinus, ein bedeutender Mann der alten Kirche, sagte einmal:
"Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet, Gott, in dir."
Es war mutig von Ihnen, bis hierher zu lesen. Wären Sie auch mutig für den nächsten Schritt auf dem Weg zu Gott?
Sprechen Sie einfach mit ihm - beten Sie, die Wahl der Worte ist dabei egal. Er ist Ihnen ganz nahe und wartet
schon auf Sie. Es könnte der wesentlichste Schritt sein, der Ihrem Leben tiefe Erfüllung, neuen Sinn und bleibende
Freude schenken wird.
Stefan Kröger
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